Geschichte

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Die Feuerwehr Möllersdorf wurde 1872 als einhundertste Feuerwehr in Niederösterreich gegründet. Als Zeugstätte wurde von der Gemeinde Traiskirchen ein Raum neben dem Einkehrgasthof, mit Ausfahrt auf den damaligen Möllersdorfer Hauptplatz, heute Broschekplatz, zur Verfügung gestellt. Durch zahlreiche Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Möllersdorf und einem großen Mannschaftsstand mit 68 ausübenden Feuerwehrmännern und entsprechend viel Gerät (1912 wurde eine Rundlaufpumpe mit Benzinmotorantrieb auf einem vierrädrigen Pferdewagen angeschafft) wurde die Zeugstätte zu klein. Dem Wunsch der Feuerwehr entsprechend erbaute die Stadtgemeinde Traiskirchen im Jahre 1912 ein neues Feuerwehrhaus in der Traiskirchnerstraße (jetzt Adlitzerstraße Nr. 45). Es wurde eine Fahrzeughalle mit zwei Toren errichtet und am 11. Dezember 1912 die Gemeinde Traiskirchen gebeten, für den Bau den Betrag von 9259,04 Kronen an den Baumeister Wanasek zu überweisen. Am 1. Juni 1913 wurde das Spritzenhaus feierlich eröffnet. An der Attika war die Aufschrift "Freiwillige Feuerwehr Möllersdorf Ort" zu lesen, da es ja in Möllersdorf auch die "Freiwillige Betriebsfeuerwehr Kammgarn - Fabrik Möllersdorf", "Freiwillige Fabriksfeuerwehr der Vereinigten Färbereien AG, Betrieb Möllersdorf" und die "Freiwillige Fabriksfeuerwehr Metallwerk Möllersdorf" gab.

 


 

Am Vormittag des 23.12.1930 stürzte der Schlauchturm aufgrund eines starken Sturmes auf das Flachdach des Spritzenhauses. Er wurde von den Feuerwehrmännern wieder aufgestellt und durch die Spenglerei Dvoracek instand gesetzt. Im Frühjahr des Jahres 1931 ist aus dem Schriftverkehr mit der Stadtgemeinde Traiskirchen zu entnehmen, dass die Kosten in der Höhe von S 728,- seitens der Gemeinde nicht übernommen wurden, da einerseits der FF Möllersdorf nach der Reparatur noch ein Betrag von S 1.283.- bar zur Verfügung blieb und andererseits durch die sinkenden Steuereingänge die Gemeinde zu größter Sparsamkeit gezwungen war. Während des 2. Weltkrieges wurde das Spritzenhaus im Inneren abgeteilt. Man errichtete einen Bereitschaftsraum und ein Zimmer für Wohnzwecke (Familie Rab). In den Jahren 1950/51 adaptierte man das Spritzenhaus an die Forderungen der Nachkriegszeit. Es erfolgte die Erweiterung der Fahrzeughalle um einen Stellplatz, mit einer Garderobe im Erdgeschoß und einer Wohnung sowie Sitzungszimmer im Dachgeschoß. Im Hof wurde ein Schuppen mit Waschküche gebaut. Die Gerätehausweihe erfolgte am 19. August 1951.

 


 

Eine sichtbare Änderung am Feuerwehrhaus war durch die Umbenennung von "FREIWILLIGE FEUERWEHR MÖLLERSDORF" in "FREIWILLIGE FEUERWEHR TRAISKIRCHEN II" ab 13. August 1963 erkennbar. Mit dem Ausziehen der Familie Krizanic aus dem Feuerwehrhaus im Februar 1974 ergab sich die Möglichkeit, die Wohnung durch Erweitern mit dem Sitzungszimmer zu verbessern. Die erforderlichen Sitzungen fanden 1975 und 1976 im Pfarrheim Möllersdorf statt. Als neuer Mieter zog die Familie Spanyo ein. In dieser Zeit baute man ebenerdig ein neues Sitzungszimmer, welches ab Oktober 1976 bezogen werden konnte. Mit der Anschaffung des Gefährliche Stoffe Fahrzeuges im Jahre 1985 als 4. Fahrzeug entstand ein Platzproblem im Feuerwehrhaus. Die notwendigen Umbauarbeiten begannen im Herbst 1985 und konnten im Spätsommer 1986 abgeschlossen werden. Es erfolgte ein Zubau mit einer Fahrzeughalle, auch als Waschhalle verwendbar, WC-Anlagen, Waschraum, Nachrichtenraum mit Funkfixstation und Personenrufanlage, gleichzeitig erfolgte die Renovierung des restlichen Hauses. Es wurden eine Zentralheizung eingebaut und die Tore verbreitert und erneuert, die Fenster ausgetauscht, ein Ölabscheider eingebaut und der Fußboden der alten Fahrzeughalle erneuert. Ein Teil dieser Arbeiten wurde von den Mitgliedern der Feuerwehr selbst durchgeführt. Im Zuge der Neugestaltung der Fassade wurde auch die Aufschrift mit "FREIWILLIGE FEUERWEHR MÖLLERSDORF" wieder geändert. Die Einweihung des Zubaues erfolgte mit dem ersten Feuerwehrfest Anfang September 1986 im und um das Feuerwehrhaus.

 


 

Durch den Einsatzbetrieb des Gefährlichen Stoffe Fahrzeuges, damals zuständig für den gesamten politischen Bezirk Baden, ergab sich ein Bedarf an zusätzlichem Lagerraum für Ölbindemittel und Gerät. Eine Anmietung von zwei Lagerräumen in der ehemaligen Kammgarnfabrik wurde durch Ankauf des Areals seitens der Gemeinde ermöglicht. Die Anmietung erfolgte 1987 und konnte nach Renovierung im Juli 1988 bezogen werden. Diese Renovierungsarbeiten wurden durch die Feuerwehr selbst durchgeführt, wofür hunderte Stunden erforderlich waren. Das Platzproblem war aber nur für kurze Zeit gelöst. Mit Gründung der Feuerwehrjugend und weiteren Anschaffungen (Tanklöschfahrzeug 3000, Atemluftanhänger, Versorgungsfahrzeug) sowie eines intensiven Ausbildungs- und Einsatzbetriebes entstand großer Platzmangel im Feuerwehrhaus. Der Gedanke an einen Neubau des Feuerwehrhauses geisterte somit immer in den Köpfen der Feuerwehrmänner herum. Ein entscheidender Schritt dorthin gelang dem damaligen Kommandanten HBI Helmuth Hlavacek im Jahre 1997. Bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der FF Möllersdorf trat er nach Vorgesprächen offiziell an Bürgermeister Fritz Knotzer mit dem Wunsch, ein neues Feuerwehrhaus zu errichten, heran. Am 12.12.1997 wurde der einstimmige Gemeinderatsbeschluss gefasst, die Traiskirchner Betriebsstättenverwaltungsges.m.b.H mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses zu beauftragen. Dieses im Jahre 2000 in Dienst gestellte neue und moderne Feuerwehrhaus entspricht sämtlichen Anforderungen an die Einsatztätigkeiten. Es beinhaltet nun neben den Garagenbereichen für insgesamt sechs Fahrzeuge, drei Anhänger sowie zwei Wechselladeaufbauten ein Katastrophenlager mit vielen für die Einsatztätigkeiten notwendigen Materialien. Entsprechend dimensionierte Garderobenbereiche mit Sanitäreinrichtungen, Werkstätten und Lagerbereiche für die einzelnen Sachgebiete sowie Büro- und Schulungsräumlichkeiten sind ebenfalls zweckmäßig untergebracht. Die Feuerwehr Möllersdorf ist eine Stützpunktfeuerwehr für Dekontamination und Schadstoffbekämpfung. Nach derartigen Einsätzen sind umfassende Reinigungsarbeiten an Material und Ausrüstung erforderlich. Für Dekontamination und Reinigung wurde mittels einer Industriewaschmaschine und eines Trockners Rechnung getragen. Eine Spezialaufgabe fällt dem Feuerwehrmedizinischen Dienst zu. Das Untersuchungszentrum für Atemschutzträger mit den dafür erforderlichen medizinischen Geräten und Ausrüstungen sind ebenfalls im modernen Feuerwehrhaus integriert. Alles in Allem bietet dieses Feuerwehrhaus den Einsatzkräften die notwendige Infrastruktur und ist ein nicht unwesentlicher Motivationsfaktor.